Potensic hat sich mit der ATOM-Reihe als ernstzunehmende Alternative zu DJI etabliert – und die ATOM 2 ist das ambitionierteste Modell der Familie. Sie zielt genau auf die Lücke über unserem Testsieger: Wer beim Filmen und Fotografieren noch eine Stufe mehr Bildqualität, HDR und Reichweite will, findet hier deutlich mehr Reserven. Dafür liegt sie preislich klar höher – und das muss sich rechtfertigen.
Für wen ist die Potensic ATOM 2 gemacht?
Die ATOM 2 ist die richtige Wahl für ambitionierte Hobby-Filmer und -Fotografen, die das Maximum aus ihren Luftaufnahmen holen wollen und bereit sind, dafür mehr auszugeben. Wenn du Sonnenuntergänge, kontrastreiche Landschaften oder anspruchsvolle Reisevideos drehst, spielt sie ihre Stärken voll aus. Auch wer eine besonders zuverlässige, weitreichende Funkverbindung schätzt, ist hier richtig.
Weniger sinnvoll ist sie, wenn du gerade erst einsteigst oder nur gelegentlich filmst. Dann zahlst du für Reserven, die du nicht ausreizt – und fährst mit der günstigeren DJI Mini 4K oder einer GPS-Einsteigerdrohne wie der Holy Stone HS175D vernünftiger.
So schlägt sich die Potensic ATOM 2 im Test
Bildqualität: der HDR-Vorteil
Der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz ist das 4K-HDR-Video. In schwierigem Licht – Gegenlicht, Sonnenuntergänge, helle Himmel über dunklen Landschaften – holt das HDR sichtbar mehr Details aus den Schatten und verhindert ausgebrannte helle Stellen. Dazu kommen 8K-Fotos mit viel Spielraum für nachträglichen Zuschnitt. In Kombination mit dem mechanischen Gimbal sind die Aufnahmen ruhig und detailreich zugleich.
Reichweite und Übertragung
Hier liegt die zweite Stärke: Die Funkübertragung der ATOM 2 ist außerordentlich stabil und reicht unter Idealbedingungen sehr weit. In der Praxis bedeutet das vor allem eine abrissfreie, ruckelfreie Verbindung im erlaubten Sichtflug-Bereich – auch dann, wenn ein paar Hindernisse zwischen dir und der Drohne stehen. Das gibt im Flug spürbar Sicherheit.
Flugzeit und Handhabung
Mit rund 32 Minuten pro Akku liegt die ATOM 2 leicht über dem Niveau der Mini 4K; im Alltag heißt das etwa 26 nutzbare Minuten. Die Steuerung ist durchdacht, verlangt aber eine Spur mehr Einarbeitung, weil mehr Einstellungen und Modi zur Verfügung stehen. Das ist der Preis für die größere Flexibilität.
Die ehrlichen Schwächen
Der offensichtlichste Punkt ist der Preis: Die ATOM 2 kostet deutlich mehr als unser Testsieger, und für viele Nutzer ist der Mehrwert in der Praxis kleiner als der Aufpreis. Wer kein HDR und keine extreme Reichweite braucht, bekommt mit der Mini 4K 90 Prozent des Erlebnisses für weniger Geld. Zweitens ist die ATOM 2 in der Bedienung etwas anspruchsvoller – kein Hindernis, aber für blutige Anfänger ein Argument, eine Stufe niedriger einzusteigen.
Wie bei jeder Kameradrohne gilt auch hier: Trotz Gewicht unter 250 Gramm sind Registrierung und Kompetenznachweis Pflicht. Mehr dazu im Ratgeber Drohne unter 250 Gramm.