Euro Hawk könnte bald wieder fliegen


Knapp ein Jahr ist es her, dass die Versuche mit die Drohne „Euro Hawk“ endgültig gestoppt wurden. Hohe Kosten und mangelnde Sicherheit hatten zu einer Einstellung des Programms geführt. Nun schickt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Drohne doch noch einmal in den Einsatz. Sie soll ein Aufklärungssystem testen.

Euro Hawk Rekke

Euro Hawk © Rekke

Gutachten beschert Euro Hawk neuen Einsatz

Das ursprüngliche Euro-Hawk-Programm war eines der großen Fehlschläge der Bundeswehr in den vergangenen Jahren. Kosten von über 600 Millionen Euro und eine Anzahl an technischen Mängeln führten letztendlich sogar dazu, dass der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière unter Druck geriet. Dass der Euro Hawk nun noch einmal aus dem Ruhestand geholt wird, verdankt er dem Aufklärungssystem Isis. Die Entwicklung des Unternehmens EADS soll dafür genutzt werden, um Kommunikationssignale zu finden, zu entschlüsseln und bei Bedarf zu stören. Geplant war ein Einsatz über die Drohne Euro Hawk, der jedoch nach dem Ende des Programms erst einmal ausgeschlossen wurde. Stattdessen zog man alternative Möglichkeiten wie zum Beispiel die Nutzung von Mittelstrecken-Passagierflugzeugen oder kleiner Geschäftsflieger in Betracht. Ein von der Bundeswehr in Auftrag gegebenes Gutachten soll nun jedoch zu dem Schluss gekommen sein, dass eine Nutzung nur über eine Drohne sinnvoll ist.
Daher soll das 288 Millionen teure Aufklärungssystem nun erst einmal mit dem Euro Hawk getestet werden. Die Drohne darf trotz der technischen Mängel in Deutschland in engen Flugkorridoren auf Basis einer Sondergenehmigung eingesetzt werden. Ein späterer realer Einsatz bleibt jedoch weiterhin ausgeschlossen. Für eine tatsächliche Nutzung müssten daher durch das Bundesverteidigungsministerium weitere Drohnen angeschafft werden. Mögliche Kandidaten wären dabei der Euro-Hawk-Nachfolger Global Hawk und die Drohne Triton. Beide müssten jedoch Standards wie ein Anti-Kollisions-System erfüllen, um für einen Einsatz in Deutschland zugelassen zu werden.

Zwölf Jahre Entwicklung

Der Euro Hawk ist eine abgewandelte Variante der amerikanischen Drohne Global Hawk. Knapp 12 Jahre war sie in Entwicklung, konnte die in sie gesetzten Erwartungen jedoch nie erfüllen. Nach über 600 Millionen Euro Entwicklungskosten erfüllte der Euro Hawk noch immer nicht die Anforderungen, um im deutschen Luftraum fliegen zu dürfen. Die notwendigen Änderungen hätten noch einmal einen erheblichen finanziellen Mehraufwand benötigt, den das Verteidigungsministerium nicht bereit war aufzubringen. Für den Euro Hawk dürften die Testflüge daher vermutlich den letzten Einsatz darstellen.